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'''Mann''' bezeichnet einen erwachsenen Menschen männlichen Geschlechts. Ein männliches Kind bezeichnet man als Jungen. Andersgeschlechtliche Artgenossin des Mannes ist die Frau.

Die Entwicklung als Mann ist genetisch bedingt durch ein Chromosomenpaar XY, wobei vor allem durch das Y-Chromosom sowie das männliche Sexualhormon Testosteron die Entwicklung männlicher primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale gesteuert wird. Männer produzieren Spermien, mit denen Eizellen befruchtet werden können. Sie sind im Gegensatz zu Frauen mit typischer genetischer Entwicklung in keiner Phase ihres Lebens in der Lage, schwanger zu werden.

Als Symbol für den Mann, die Bedeutungen beladen (siehe auch Männlichkeit).

Etymologie

Das gemeingerm. Wort mhd., ahd. ''man'' geht auf idg. ''manu-'' oder ''monu-'' ?Mensch, Mann? zurück. Welche Vorstellung dieser Benennung des Menschen zugrunde liegt, ist nicht sicher zu klären.

Biologische und medizinische Merkmale

Genetische Merkmale

Aus s, verantwortlich ist. Wird TDF gebildet, kommt es zur Ausbildung männlicher Merkmale, fehlt es dagegen, bilden sich weibliche Merkmale.

Morphologische und physiologische Merkmale

Männer unterscheiden sich körperlich von Frauen durch die unterschiedlichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Der Bau der primären Geschlechtsmerkmale ist hauptsächlich durch die Funktion bei der Fortpflanzung bedingt. Dabei handelt es sich vor allem um

Zu fehlenden Geschlechtsmerkmalen und Mehrgeschlechtlichkeit siehe Intersexualität und Transgender.

Skelett

Weibliche und männliche Becken unterscheiden sich. Das Hüftbeinloch hat bei Frauen eine ovale Form, und die Beckenschaufeln sind breiter. Das männliche Becken dagegen ist eher hoch, schmal und eng. Das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung ist der Winkel der Schambeinfuge. Er ist beim weiblichen Becken größer als 90° und beim männlichen kleiner als 90°.

Ebenso unterscheiden sich die Schädelformen. Nur Männerschädel weisen über den Augen eine deutlich ausgeprägte Wulst auf.

Die Fingerproportionen von Männern und Frauen sind unterschiedlich. Bei den meisten Männern ist der .'' 20. September 2011, abgerufen am 4. Januar 2014: ?Wissenschaftlich bewiesen: Die Länge der Finger verrät viel über die Eigenschaften eines Menschen ? sowohl bei Frauen, als auch bei Männern.?</ref>

Männerhaut

Das Erscheinungsbild der männlichen Haut (fettiger und großporiger als weibliche Haut) wird vorwiegend durch hormonell bedingte Hautunterschiede beeinflusst, z.?B. durch die Hautdicke und die erhöhte Talgdrüsensekretion.

Die dickere männliche Haut hat ein höheres Wasserbindungsvermögen, was die Haut gespannter und fester aussehen lässt. Die erhöhte Talgproduktion ist verantwortlich für eine ausreichende Menge an Feuchtigkeit in der Haut und für die Zusammensetzung des sogenannten Hydrolipidfilms. Dieser Film regelt den Wassergehalt der tiefer liegenden Schichten, hemmt die Austrocknung und gibt der Haut ein glattes, geschmeidiges Aussehen.

Zudem hat Männerhaut eine geringere Neigung zur Faltenbildung. Falten zeigen sich beim Mann meist später als bei Frauen und auch nicht als kleine Knitterfältchen, sondern mehr als tiefe (?markante?) Falten.

Infolge der erhöhten Talgproduktion kann es vor allem bei jungen Männern öfter zu Mitessern und Akne kommen. Diese entstehen, wenn sich der Talg zusammen mit abgestorbenen Hautzellen an den Poren festsetzt. Eine Reizung der Mitesser führt zur Ansiedlung von Keimen und entzündlichen Pickeln.

Andrologie

Die Fachrichtung der Medizin, die sich mit den Erkrankungen des Mannes befasst, heißt Andrologie. Allgemein können Männer von den gleichen Krankheiten befallen werden wie Frauen, es existieren jedoch auch einige geschlechtsspezifische Erkrankungen; für einige weitere Erkrankungen zeigen Frauen und Männer deutlich unterschiedliche Krankheitsverteilungen (etwa für die Rot-Grün-Sehschwäche und andere X-chromosomale Erbkrankheiten).

Unterschiede zwischen Männern und Jungen

Im Deutschen wird als oder Verantwortung für elterliches Haus und Hof verliehen.

Der Mann in der Gesellschaft

Die Soziologie dokumentiert diverse Unterschiede (Geschlechterrollen) im Verhalten von Männern und Frauen in der menschlichen Gesellschaft sowie signifikante Unterschiede in den Rollenverteilungen (Männlichkeit, Weiblichkeit).

Die Menschheitsgeschichte ist heute noch durch die Dominanz des Mannes in politischer, intrafamiliärer und gesamtgesellschaftlicher Hinsicht geprägt. Oftmals wird dies religiös begründet; viele Weltreligionen predigen oder praktizieren eine Überlegenheit des Mannes. Die körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen prägen das Vorurteil einer intellektuellen Überlegenheit von Männern.

Die Bandbreite verschiedener Verhaltensweisen von Männern und Frauen ist sehr groß und oftmals nicht eindeutig oder nur unscharf zu belegen. Männern wird als Beispiel eine größere Durchsetzungskraft und höheres Wettbewerbs-, aber auch Aggressionspotential nachgesagt, was auf Testosteron zurückgeführt wird. Bei Frauen hingegen seien häufig die sozialen Fähigkeiten stärker ausgeprägt. In den westlichen Kulturen hatte der soziale Status des Mannes für Frauen höhere Bedeutung als umgekehrt, was jedoch in der Gegenwart nicht mehr allgemein gültig ist. Der Verhaltensforscher Karl Grammer formuliert: ).</ref>

Von der Annahme ausgehend, dass Natur nicht unabhängig von Kultur gedacht werden kann und dass Biologisches daher nur im Diskurs, also als Sozial-Kulturelles zu haben ist, zog die Philosophin Judith Butler in einflussreichen Beiträgen radikal in Zweifel, dass das (ausschließlich zweigeteilte) soziale Geschlecht (von Mann oder Frau) eine Widerspiegelung oder ursächliche Folge einer körperlich-organischen Ausstattung sei.

Sprachgebrauch

Das Wort ''Mann'' findet sich in Wanders Deutschem Sprichwörter-Lexikon immerhin in knapp zweitausend Sprichwörtern (Band 3; Seiten 362?446), sieht man einmal davon ab, dass es weitere Sprichwörter mit Männchen und zusammengesetzten Wörtern (''Männerwitz'', ''Mannesbürde'' usw.) gibt. Gegenüber den Wörtern ''Bube'' und ''Mädchen'' ist diese Anzahl enorm höher; ''Frau'' gibt es knapp tausend Mal in Sprichwörtern bei Karl Friedrich Wilhelm Wander, ''Weib'' allerdings auch in 1434 Sprichwörtern (abgesehen von vielen weiteren mit ''Weib'' zusammengesetzten Wörtern). Gemäß dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm lautet der Plural im Mittelhochdeutschen noch auf "die Mann", nicht "die Männer". Es ist aber demnach nicht dieser Plural, der sich in auch aktuelleren Wendungen wie "Drei Mann in einem Boot", "Alle Mann von Bord" oder auch "Alle Mann an Deck" wiederfindet, sondern ein Singular, dazu bestimmt, den Einzelnen innerhalb der Gesamtzahl hervorzuheben.

Symbolisches

Das Symbol für einen Mann ist ?, das Marssymbol. Männliche Säuglinge werden seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in westlichen Kulturen oft mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht, im Gegensatz zu Rosa für weibliche Säuglinge.

Siehe auch

Literatur

  • Élisabeth Badinter: ''XY. Die Identität des Mannes.'' Piper, München 1993, ISBN 3-492-03634-1.
  • Pierre Bourdieu: ''Die männliche Herrschaft.'' Suhrkamp, Frankfurt 2005 (Besprechung: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de).
  • Robert W. Connell (Raewyn Connell): ''Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten.'' Leske Budrich, Opladen 1999, Neuauflage 2004, ISBN 3-8100-2765-0.
  • Sebastian Haffner: ''Der Abstieg des Mannes.'' In: ''Im Schatten der Geschichte. Historisch-politische Variationen aus zwanzig Jahren.'' dtv, München 1987, S.?273?280.
  • Bernd-Ulrich Hergemöller: ''Mann für Mann. Ein Biographisches Lexikon.'' Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001.
  • Walter Hollstein: ''Was vom Manne übrig blieb. Krise und Zukunft des starken Geschlechts.'' Aufbau, Berlin 2008, ISBN 978-3-351-02659-2.
  • George L. Mosse: ''Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit.'' Fischer, Frankfurt 1996, ISBN 3-10-050605-7.
  • Paul Nathanson, Katherine Young: ''Legalizing Misandry. From Public Shame to Systemic Discrimination Against Men.'' McGill-Queen?s University Press, Montreal 2006, ISBN 0-7735-2862-8 (englisch).
  • Esther Vilar: ''Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur.'' Neuauflage. dtv, München 2000, ISBN 3-423-36134-4.

Weblinks

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Einzelnachweise